Eine kurze Zusammenfassung der letzten Woche:
erstmal ist es nicht ratsam am Thanksgiving-Wochenende nach Toronto zu fliegen. Man verweilt unheimlich lange in der kilometerlangen Warteschlange am Zoll (sehr nervig, wenn man inmitten der Warteschlange bemerkt, dass man dringend zur Toilette muß) und landet automatisch außerhalb des Flughafens im Verkehrsstau.
Ansonsten hat sich Kanada von seiner besten Seite präsentiert: durchweg freundliche, hilfsbereite Menschen, strahlender Sonnenschein, (sau-)leckeres Essen und ein Indian Summer wie er im Buche steht.
Sarnia ist mit Sicherheit nicht die schönste Stadt auf dem amerikanischen Kontinent, aber sie hat den gewissen Charme. Der St.Clair River, der riesige Lake Huron und die netten Einwohner sind definitiv Pluspunkte. Zudem habe ich nie zuvor eine Kleinstadt gesehen, die so viele Kirchengemeinden, Parkanlagen und Kinderspielplätze hat.
Sarnia ist extrem familenfreundlich und in den lauschigen Wohngegenden sieht man viele Kinder, die auf den Straßen spielen. Gerade der nördliche Teil von Sarnia ist traumhaft: alte Baumbestände, viktorianische Villen mit Hollywood-Schaukeln und jede Menge Eichhörnchen.
Wir haben uns letztendlich für ein Haus in Corunna entschieden: ein kleiner Vorort von Sarnia. Hier sind die Steuern niedriger, Willi hat nur 10 min zu seinem Arbeitsplatz und man ist schnell zum Einkaufen in Sarnia.
Hier ein paar Fragen, die nach meiner Rückkehr öfters aufgetaucht sind:
Wie verläuft das restliche Jahr in Deutschland?
Willi landet am 31.10. in Deutschland und ist teilweise im November in Dormagen, aber auch in Belgien ( weitere Schulungen ). Im Dezember wohnen wir bei meiner Mutter, wobei Willi Ende November nochmal bis zum 10. Dezember nach Sarnia soll.
In der ersten Januarwoche werden wir dann umziehen.
Wann kommt der Container? Ist Eure Wohnung schon vergeben?
Am 22. 11. kommt der Container und unser Hab und Gut wird verschifft.
Der Transport wird ca. 4-6 Wochen dauern.
Ja, unsere Wohnung ist mittlerweile weg und wird Anfang Dezember von unseren Nachmietern bezogen.
Warum habt Ihr direkt ein Haus gekauft und nicht gemietet?
Weil man in Kanada nicht mietet. Zudem gibt es in Sarnia nur insgesamt 3 Mietshäuser, deren Mieten im Verhältnis viel zu hoch sind. Zudem waren alle drei Häuser nicht nach unserem Geschmack oder hatten andere Minuspunkte.
Der Immobilienmarkt in Kanada ist ständig in Bewegung, weil die Bewohner bei Bedarf schnell verkaufen und wieder neukaufen. Zudem ist der wirtschaftl. Zeitpunkt mehr als günstig, um Immobilien zu kaufen.
Wart Ihr in den U.S.A.?
Ja, und es war ein Abenteuer. So einfach wie gedacht ist es nämlich nicht. Da wir kein Besuchervisum für die U.S.A. hatten, wurden wir auf der "Brücke" quasi mit Fragen gelöchert, es wurden Fingerabdrücke genommen und zeitweise wurde sogar meine Ehe mit Willi in Frage gestellt. ( der Beamte guckte uns lange und verdutzt an, als ich sagte, dass wir verheiratet sind )
Nach ca. 1-2 Stunden an der Grenzkontrolle waren wir dann in den U.S.A. und fuhren nach Detroit.
Da wir mit einem geleasten teuren BMW unterwegs waren, hatten wir auch nicht die Risikobereitschaft, um uns länger in den "Eminem - 8 Mile" - Randbezirken aufzuhalten. Es fehlte eigentlich nur noch die brennende Mülltonne und eine wilde Schießerei zwischen rivalisierenden Gangs.
( für Insider!):
May I have your attention please?
May I have your attention please?
Will the real Slim Shady please stand up?
I repeat, will the real Slim Shady please stand up?
We're gonna have a problem here..
I'm Slim Shady, yes I'm the real Shady
All you other Slim Shadys are just imitating
So won't the real Slim Shady please stand up,
please stand up, please stand up?
Lediglich ein kurzer Ausflug zum imposanten Baseballstadion und dem Ford Field lag uns am Herzen.
Vielleicht tue ich Detroit jetzt unrecht, aber die schönen Seiten konnten wir im Vorbeifahren leider nicht erkennen. Ich werde meine schlechte Meinung sofort zurücknehmen, wenn ich zu einem anderen Resultat komme. ( falls ich jemals die schönen Seiten der Stadt näher kennenlernen werde) Versprochen, Detroit!
Zudem waren wir extrem froh, als wir wieder auf kanadischen Boden waren. (diesmal hatten wir einen Tunnel als Grenzübergang gewählt) Die U.S.-Amerikaner sind höflich und nett, aber die Kanadier sind die freundliche Steigerung zu ihren unmittelbaren Nachbarn. Im Gegensatz zu den mißtrauischen U.S.-Grenzbeamten begrüßte uns eine gutgelaunte kanadische Beamtin mit den warmen Worten: WELCOME TO CANADA!!!!
Yea-haw, so macht der kleine Grenzverkehr Spaß!
Kindest Regards
Wilma