Montag, 7. März 2011

Oops, we did it again...

Wer die Vorgeschichte noch nicht kennt, sollte meinen Blogbeitrag "Sarnia bzw. Der kleine Grenzverkehr" vom 17. Oktober 2010 lesen.
http://wilmaswelt.blogspot.com/2010/10/sarnia-bzw-der-kleine-grenzverkehr.html

Wir haben es wieder getan...
wir waren wieder jenseits des kanadischen Hoheitsgebietes und diesmal können wir von keinen negativen Vorkommnissen berichten. Im Gegenteil: die amerikanischen Zollbeamten waren vergleichsweise freundlich und äußerst geduldig, sogar als ich zum wiederholten Mal meine Einreisedokumente falsch ausgefüllt hatte und unser Sprößling seine Cheerios ( Frühstückscerealien) auf den Teppich der streng überwachten Zollstation ausgebreitet hatte. Mit den Worten: "Lassen sie den Snack liegen, dann haben wir später noch etwas zum Essen", wurden wir aus dem Hochsicherheitsbereich verabschiedet und ein junger Kontrolleur verabschiedete uns in Richtung Michigan mit den Worten "Habt Spaß"!
Im Gegensatz zum letzten Mal dauerte der ganze Brücken-Grenzverkehr diesmal nur 20min. und wir fuhren voller Enthusiasmus zum Shoppen in die USA.
Die Chancen das man derart gut gelaunte Grenzbeamte antrifft liegen wohl bei 50 Prozent und sind ebenso wenig beeinflußbar wie das Wetter in Nordamerika. Tauwetter und Schneestürme wechseln sich ab: mal können wir das Grün unseres Gartens sehen und am nächsten Morgen blicken wir wieder auf eine massive Schneedecke. Wann der Frühling einsetzt, ist also ebensowenig beeinflußbar wie die launische Gemütsverfassung amerikanischer Zollbeamter.
Grenze: Sarnia (Kanada), Port Huron (USA) Quelle: Google Map 
Im Einkaufsparadies angekommen, der Birchwood Mall im amerikanischen Port Huron, wurde uns bewusst, dass der Durchschnittsamerikaner sich äußerlich vom Kanadier unterscheidet. Die Prozentzahl dicker Menschen scheint jenseits der Grenze drastisch anzusteigen. Auch das Aussehen jüngerer Amerikaner ist nicht mit den kanadischen Altersgenossen zu vergleichen.
Kleine pickelige 13-jährige "Möchtegern"-Justin Bieber halten Händchen mit zumeist frühreifen
stupsnäsigen 13-jährigen "Möchtegern-" Cheerleaderinnen, die sich ( inklusive Babyspeck ) in zu enge Jeans und bauchfreie (!!!) Tops reingezwängt haben. Kinder, denkt an Eure Nieren, höre ich mich die Worte meiner Mutter wiederholen.
Toupierte Hausfrauen in pinken Jogginganzügen warten vor der Mall im Auto, um ihre Kids samt Clique vom Shoppen abzuholen. Gestresste Ehemänner laufen vor dem Frisörsalon auf und ab, um ihre frisch ondulierten Frauen entgegen zu nehmen und gleichfalls gestresste Ehefrauen klopfen nörgelnd mit ihren 10cm glitzernden Fingernägeln auf den Einkaufwagen, wenn der Gatte am Monitor mit der Basketball-Liveübertragung stehenbleibt. Inmitten dieser bunt-gemischten Menschenmenge sind jetzt wir: Willi, Wilma & Collin from Germany starten ihre Einkaufstour.

Ein netter afroamerikanischer Riese verkauft Willi ein paar schneeweiße Turnschuhe, ich staube ebenfalls ein paar Kleidungsstücke ab und Collin nennt sich ab sofort stolzer Besitzer einer Baseballkappe. Stolz präsentiert er diese der ganzen Mall und die 13-jährigen Zahnspangen-Königinnen wenden sich von ihrem Justin Bieber ab und rufen unserem Nachwuchs mit piepsiger Stimme "How cuuute" ( "Wie niedlich") entgegen. Bieber ist out, Collin ist in! Na toll! Eigentlich hatte ich dann noch "In welchem Laden kann man  dieses Baby kaufen !" erwartet, aber diese Frage blieb dann doch aus.

Zufrieden, voll bepackt und voll getankt kehren wir ins geliebte Kanada zurück und freuen uns schon auf den nächsten Aufenthalt im liebenswerten, verrückten Nachbarland.

Ach so, und wem der Name Justin Bieber nicht wirklich viel sagt, der kann sich hier etwas schlauer machen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Justin_Bieber

In diesem Sinne
Eure Grenzgängerin Wilma

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