Mittwoch, 11. Mai 2011

Kleine & große Gartenungeheuer


Der Frühling ist da und Familie Mehl hält Nichts mehr in der Bude... auch die Sonne möchte am Barbecue teilnehmen und hat kurzerhand Familie Mehl in Familie Hummer verwandelt.
Ob es an den Mehl´schen Genen liegt oder daran, dass wir auf einem Breitengrad mit Rom liegen, jedenfalls sind die Herren Mehl jetzt tiefbraun - nach nur 2 Tagen. Ich hingegen knalle mir den australischen Lichtschutzfaktor auf die Haut, um meinen Hautarzt bei Laune zu halten und meine Sommersprossen unter Kontrolle zu halten.

Von jetzt auf gleich hat sich Corunna in ein gelbes Blütenmeer verwandelt, frisches Grün strahlt von den Bäumen und der azurblaue St. Clair Rivers/Lake Huron versetzt uns direkt in Urlaubsstimmung.
Auf dem Parkplatz des örtlichen Supermarktes tummeln sich Flip-Flop bewaffnete Kanadier, die ihre Pickups samt Booten kurz zwischenparken, um noch Verpflegung zu besorgen, bevor es auf hohe See geht.

Zu Hause schwinge ich mich beherzt auf die Leiter und wische die letzten Reste des Winters von den Fenstern, Collin erfreut sich am Rasensprenger und Willi baut seinen brandneuen Grill auf. Wo wir auch schon beim ersten Ungetüm wären. Bislang war unsere "Grill-Vergangenheit" geprägt durch Einweggrills von der Tanke, einfache Holzkohlegrills, Schwenkgrills oder Elektro-Würstchenbruzzler vom Aldi... jetzt steht da dieses GrillMONSTER. Reichlich Platz, um eine Footballmannschaft zeitgleich von ihrer Hungersnot zu befreien. Standesgemäß mußte echtes Grillbesteck dazu gekauft werden, damit die Premiere des "Bruzzeln" auch erfolgreich verläuft bzw. es einfach "cooler" aussieht!


Ein lauter Ruf meiner Männer holt mich aus der Welt der Glasreiniger und Poliertücher zurück... "Ssssschlaaaaange im Garten" schallt es von der frisch gemähten Wiese. Ungläubig nähere ich mich dem Schuppenkriechtier, riskiere einen Blick und bin schneller um die Ecke des Hauses, als die schnellste Maus von Mexiko. Vermutlich ist es eine völlig harmlose Gartennatter oder eine Blindschleiche, aber für mich ist es einfach nur eine fieses, beinloses Reptil. Als bekennender Anti-Schlangen-Fan lebe ich nach dem Indiana Jones Motto: " Ich hasse Schlangen".
Auch wenn dieser "Lindwurm" nur ca. 30cm mißt, ist er für mich gleichwertig mit einer Anaconda, einer Viper oder einer Boa. Schlange ist Schlange!


Hätte der "Liebe Gott" mich ins Paradies gesteckt, hinge der Apfel noch am Baum, ich hätte am ersten Tag freiwillig den Garten Eden verlassen und Adam wäre wohl ein glücklicher, wenn auch einsamer Mensch geworden.
Zum Glück gibt es ja in jeder Geschichte einen Helden: wagemütig greift Ritter Willi zur Gartenharke und schleudert Schlange "Kaa" über die Gartenmauer. Huiiii, eine fliegende Schlange - ein Bild für die Götter!

Jetzt kommen wir zum letzten Teilnehmer unserer Garten Monster AG...  Collin! Dieser hat nämlich nur Unfug im Kopf, wenn er den Gartenschlauch in die Hände bekommt. Mit Vorliebe werden seine Eltern besprüht, besprenkelt, geduscht oder einfach nur naß gemacht. Gekonnt stellt sich unser Sohnemann anfangs etwas tollpatschig an, kann den Schlauch kaum kontrollieren. Dann wird das Zielen zuerst am Gartenzaun geübt und schließlich werden seine Ziele fachmännisch angepeilt und wir werden kräftig unter Beschuß genommen.



Zum Abend hin sind wir erschöpft, klitschenaß, hummerrot, aber auch verdammt glücklich!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen