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Freitag, 26. August 2011

"Bonjour" - "What do you mean???"


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Bei unserer Rundreise durch die Provinzen Ontario/Quebec haben wir auch Zwischenstopp in Montreal gemacht.
In Montreal wird Französisch gesprochen und mit ca. 3,5 Millionen Einwohnern ist Montreal die zweitgrößte französisch sprechende Stadt nach Paris.
Überquert man die Grenze von Ontario nach Quebec wird man sofort feststellen, dass die Einwohner der franko-kanadischen Provinz es sehr ernst nehmen mit ihren französischen "Wurzeln". Strassennamen, Werbeflächen und sogar die Fast-Food Ketten werden in französisch ausgeschildert. Man wird mit einem " Bonjour" begrüßt und mit "Au revoir" verabschiedet. Man findet nur sehr,sehr selten ein englisches Wort. Es ist, als ob man urplötzlich Nordamerika verlassen hat und nun in Frankreich gelandet ist.

Für viele Menschen ist Französisch die schönste Sprache der Welt: sie ist romantisch, poetisch, melancholisch. Für die Ohren meines Mann ist sie allerdings die reinste "Qual" - vergleichbar mit einem Tinitus oder einer surrenden Mücke.


Zudem verweigert Willi völlig das Verstehen/Sprechen dieser Sprache und übersieht absichtlich STOPP-Schilder, weil diese in Quebec mit einem französischen ARRET, anstelle eines STOPPs beschriftet sind. Zum Glück wurden wir nicht von der örtlichen Polizei deswegen angehalten, denn dieses Vergehen hätte wir wohl kaum begründen können.



Neben der Sprache haben sich die Bewohner Quebecs leider auch die europäischen Ladungsöffnungszeiten und Verkehrverhaltensweisen abgeguckt: während man in Ontario gemütlich cruisen kann, wird hier gedrängelt und gehupt.

Zum Glück findet man in Montreal ein paar nette Menschen, die in Englisch antworten, denn mit meinem Schulfranzösisch bin ich nicht wirklich weit gekommen. Die Bewohner Quebecs sprechen ein Kauderwelsch, welches man nur mit viel Training verstehen kann.
Die Einwohner dieser Metropole machen bewusst/unbewusst an jeder Ecke deutlich, dass sie zwar ein Teil von Kanada sind, aber nicht wirklich ein Teil davon sein möchten.

Insgesamt ist Montreal jedoch eine sehenswerte Stadt: die Innenstadt ist völlg untypisch für Nordamerika. Enge Gassen, Strassencafes, historische Bauten erinnern stark an Paris. Im Quatier Latin trifft man sich in den vielen Kneipen und Bars und auch ein Blick in die Kathedrale Notre Dame ist lohnenswert.



Jedoch sollte man das Auto irgendwo außerhalb parken und die Stadt zu Fuß, per Kutsche, Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrmitteln erkunden.


Ein weiterer Tipp ist, dass man sich rechtzeitig um einen Platz zum Essen bemüht. Wartezeiten von 1-2 Stunden für einen Tisch gehören an lauen Sommerabenden zur Tagesordnung. In einem entlegenen Stadtteil fanden wir dann doch noch einen freien Tisch in einem griechischen Lokal: endlich mal wieder Gyros, Fritten und Souvlaki! Das war uns sowieso viel lieber als überteuerter coq au vin oder cuisse de grenouille( = Froschschenkel).